Widerruf von Immobilien-Darlehen

 01.04.2020

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat mit seinem Urteil vom 26.03.2020, Rechtssache C-66/19, zu einem Darlehensvertrag einer Sparkasse entschieden, dass die in etlichen Kreditverträgen mit Verbrauchern verwendeten Widerrufsinformationen nicht den Vorgaben des Europarechts entsprechen.

Das Urteil könnte bedeuten, dass wegen der falschen Widerrufsinformation die Darlehensverträge, die mit Banken, Sparkassen und Versicherung geschlossen wurden, widerrufen werden können. Der Vertrag ist dann aufzulösen, es ist keine Vorfälligkeitsentschädigung zu zahlen und die Bank ist verpflichtet, die bis dahin von Ihnen geleisteten Zahlungen ihrerseits zu verzinsen.


Die tatsächliche Reichweite des Urteils ist noch unklar. Es könnten aber grundsätzlich alle Verbraucher-Darlehensverträge betroffen sein, die in dem Zeitraum zwischen dem 11.06.2010 bis zum 20.03.2016 abgeschlossen wurden. Betroffen sind Immobiliendarlehen, Forward-Darlehen, Autokredite und ganz gewöhnliche Konsumdarlehen. Für neuere Verträge, die nicht vor mehr als einem Jahr abgeschlossen wurden, könnte die Rechtsprechung des EuGH ebenfalls gelten.


Aber beim Widerruf eines Darlehens ist auch Vorsicht geboten. In jedem Fall muss sichergestellt sein, dass das Darlehen, wenn der Widerruf von der Bank akzeptiert wird, zurückgezahlt werden kann ggf. eine Umfinanzierung möglich ist. Auch ist zu bedenken, dass die alte Bank die Grundschuld erst freigeben muss, wenn sie das Geld von der neuen Bank auch tatsächlich erhalten hat. Sie sollten sich aber auch nicht einfach mit dem Ziel einer Vergleichslösung an Ihre Bank wenden, ohne den Widerruf tatsächlich zu erklären, weil in der Vergangenheit schon mehrere Gerichte ein solches Verhalten als rechtsmissbräuchlich angesehen haben.


Vor der Erklärung eines Widerrufs sollten Sie sich also durch einen im Bank- und Darlehensrecht spezialisierten Fachanwalt beraten lassen.

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